Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ in Essen 2010

Das Bundesland Bremen – sehr erfolgreich auf dem Bundeswettbewerbzwei Platzierungen und drei Sonderpreise

Der 45. Bundeswettbewerb Jugend forscht, veranstaltet von der Stiftung Jugend forscht e.V.
und der ThyssenKrupp AG fand vom 13. bis 16. Mai 2010 in Essen statt.

107 Wettbewerbsarbeiten mit 178 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den 16 Bundesländern – dabei 6 JungforscherInnen (1 Mädchen, 5 Jungen) aus Bremen – wurden den Jurygruppen für die Fachgebiete Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik präsentiert.

Das Bundesland Bremen war mit sechs Arbeiten auf dem Bundeswettbewerb vertreten. (Voraussetzung war dabei der Sieg auf dem Bremer Landeswettbewerb im März 2010, vorab dabei die Qualifikation über einen der drei Regionalwettbewerbe in Bremerhaven, Bremen-Nord und Bremen-Mitte im Februar 2010).

Auf dem Bundeswettbewerb werden Platzierungen in den Fachgebieten sowie Sonderpreise und Geldpreise oder Studienaufenthalte vergeben.

Das Bundesland Bremen erreichte in Essen ein hervorragendes Ergebnis, nämlich den 2.Platz im Fachgebiet Physik, den 4. Platz im Fachgebiet Biologie sowie 3 Sonderpreise.


WETTBEWERBSARBEITEN AUS DEM BUNDESLAND BREMEN IN ESSEN

ARBEITSWELT
(die Arbeit aus dem Fachgebiet Mathematik/Informatik wurde nach Absprache umgruppiert in das Fachgebiet Arbeitswelt)

Adrian Röfer  (14 Jahre)
Altes Gymnasium

CLEVERE STROMMESSUNG

Selbstlernende Energieüberwachungssoftware

60 bis 80 Prozent der Stürze von über 60-jährigen ereignen sich im eigenen Haushalt.
Oft können die verunglückten Menschen dann ohne fremde Hilfe nicht mehr aufstehen.
Vor diesem Hintergrund entwickelte Adrian eine neuartige Software, die die Sicherheit
alleinlebender Senioren erhöhen soll.

Grundlage des Systems ist ein Vergleich des durchschnittlichen Stromverbrauchs.
Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob der Bewohner seinem gewohnten Tagesrhythmus
folgt oder ob es beispielsweise infolge eines Unfalls eine deutliche Abweichung vom
üblichen Verbrauchsmuster gibt. In diesem Fall werden die Angehörigen umgehend per
SMS informiert.

BIOLOGIE

Jonas Korn (17 Jahre)
Altes Gymnasium

4. Platz in Biologie
gestiftet von der Max-Planck-Gesellschaft – 375 €

WASSERSPEICHER FÜR DIE WÜSTE

Bekämpfung der fortschreitenden Desertifikation durch wasserspeichernde Substanzen

Es ist davon auszugehen, dass der gegenwärtige Klimawandel die Trockenzonen der Erde rapide anwachsen lässt. Dieser als Desertifikation bezeichnete unumkehrbare Vorgang wird
durch Überbevölkerung wie auch Überweidung noch verstärkt. Infolgedessen müssen die
geringen Niederschläge und knapper werdenden Wasservorkommen weitaus effizienter ausgenutzt werden. Vor diesem Hintergrund entwickelte Jonas Korn ein spezielles Verfahren, bei dem wasserspeichernde Substanzen in den Boden eingearbeitet werden. Infrage kommen dafür Stoffe wie Katzenstreu, Windelmaterial, Torf oder Geohumus, die Jonas auf vielfältige Weise miteinander verglichen hat, etwa im Hinblick auf das Wasseraufnahmevermögen und –abgabeverhalten. Sein Testsieger heißt Geohumus.

GEO- UND RAUMWISSENSCHAFTEN

Stefanie Tuchtenhagen (15 Jahre)
Johann-Gutenberg-Schule

Preis der WE-Heraeus-Stifung – 500 € und Einladung zur Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ)

DER WANDEL DES KLIMAS

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Antarktische Halbinsel?

Zahlreiche natürliche Prozesse wirken sich auf die Veränderung des Erdklimas aus.
Die Klimaerwärmung der jüngsten Vergangenheit ist jedoch auf menschliche Aktivitäten
zurückzuführen. Dabei gibt es bestimmte Regionen, die besonders betroffen sind.
In der Antarktis ist das vor allem die Antarktische Halbinsel. Das Alfred-Wegener Institut (AWI)
stellte Stefanie Eisbohrkerne zur Verfügung, die die jährlichen Jahresschichten erkennen lassen. Sie untersuchte das Kernmaterial, um auf diese Weise mögliche Klimaveränderungen in den zurückliegenden Jahrtausenden rekonstruieren zu können.

MATHEMATIK/INFORMATIK

(umgruppiert in das Fachgebiet Arbeitswelt)


PHYSIK

Tobias Urbaniak  (21 Jahre)
Europaschule Sek II Utbremen

2. Platz in Physik
gestiftet von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. – 1000 €

und

Einladung der Ernst A.C. Lange-Stiftung zum „ London International Youth Science Forum“

UNSICHTBARE KRÄFTE

Untersuchung von magnetisierbaren Teilchen in Elastomeren

Elastomere sind formfeste Kunststoffe wie beispielsweise Gummibänder, die sich jedoch durch Krafteinwirkung elastisch verformen lassen. Sie bestehen aus langkettigen Polymeren, die weitmaschig vernetzt sind. Eine spezielle Art von Elastomeren sind Silikone.
Tobias beschäftigte sich mit dem Verhalten von magnetisierbaren Partikeln in einem Silikon während verschiedener Verarbeitungsstufen. Er wollte wissen, welchen Einfluss ein angelegtes Magnetfeld auf die Eigenschaften eines Silikons in flüssigem Zustand, beim Aushärten und nach dem Aushärten hat. Tobias konnte zeigen, dass das Magnetfeld Auswirkungen auf die Viskosität, den Härtegrad und die Elastizität hat.

TECHNIK

Christoph Strauß (17 Jahre)
Altes Gymnasium

AM FALSCHEN ENDE GESPART?

Das Mini-BHKW – eine Einspar-Mogelpackung?

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind Anlagen, die durch gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung
besonders umweltfreundlich arbeiten. Dabei sind die Kosten für BHKW mit kleiner Leistung
(Mini-BHKW) so hoch, dass eine staatliche Förderung erforderlich ist. Christoph verglich Kosten und Umweltentlastung eines BHKW mit denen alternativer Technologien wie Solaranlage oder Wärmedämmerung von Gebäuden. Dabei ergab sich, dass bei gleicher Energieeinsparung und Förderung die untersuchten alternativen Technologien vollständig finanziert werden könnten und der Staat dabei sogar Geld einsparen würde.

Oliver Römpler (15 Jahre)
Heinrich-Heine-Schule

Preis für Erneuerbare Energien des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit – 1500 €

UMWELTFREUNDLICHE PRESSLINGE

Unterschiedliche Pelletsorten – unterschiedliche Emissionen?

Pellets werden zumeist aus Holz- und Sägespänen hergestellt. Mit diesen kleinen Presslingen lassen sich Heizungen und Öfen in der Regel günstiger betreiben als mit fossilen Brennstoffen. Oliver wollte wissen, ob verschiedene Pelletsorten unterschiedliche Emissionswerte entwickeln, wenn sie bei ungünstigen Bedingungen, also ohne zusätzliche Sauerstoffzufuhr, verbrannt werden. Dazu baute er einen geschlossenen Ofen und prüfte den Schadstoffausstoß mit einem Abgasmessgerät. Oliver testete sechs verschiedene Pelletsorten, mit denen er jeweils zwei Messungen durchführte. Seine Analyse ergab, dass die hochwertigeren Presslinge, die einen höheren Anteil an dunklen Hölzern enthalten, weniger Schadstoffe abgeben als die Pellets aus Sägemehl oder Kiefer/Fichte.

Erwähnenswert ist zudem, dass das Alte Gymnasium als eine von drei Schulen aus den 16 Bundesländern für die Auszeichnung der Jugend forscht Schule 2010 nominiert wurde. Diesen Preis der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder erhielt dann das St. Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel.