Jugend forscht – mit Gitarren und Kieselalgen zum Erfolg

Neun junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bremen haben sich für den 43. Bundeswettbewerb von Jugend forscht qualifiziert. Die Landessieger 2008 wurden gestern in einer Feierstunde in Anwesenheit des Staatsrats für Bildung Carl Othmer ausgezeichnet. Insgesamt nahmen 145 Schülerinnen und Schüler mit 71 Forschungsarbeiten in der Alterssparte Jugend forscht am Landeswettbewerb teil. Ausrichter der Veranstaltung war die Astrium GmbH in Bremen.

Mit einem softwaregestützten Gitarrenstimmgerät sicherten sich Jan Hillebrand (18) und Rasmus Rothe (18) vom Schulzentrum Bördestraße in Bremen den Landessieg im Fachgebiet Technik. Das kostengünstige Gerät kann nicht nur mehrere Gitarrensaiten gleichzeitig stimmen, sondern lässt sich auch ohne Werkzeugeinsatz an das jeweilige Instrument montieren. Den ersten Preis im Fach Biologie errang Anika Wranke (18) vom Lloyd Gymnasium Bremerhaven mit ihrer Arbeit zu Kieselalgen. Mithilfe eines selbst erstellten Computerprogramms konnte sie einen bislang unbekannten Stoffwechsel der Alge nachweisen. Zudem gelang es der Schülerin, die Gene in den sogenannten Mitochondrien zu bestimmen, die diesen Vorgang steuern.

Maxim Rauwald vom Ökumenischen Gymnasium zu Bremen war im Fachgebiet Chemie erfolgreich. Der 17-Jährige beschäftigte sich mit Hedera helix, dem gemeinen Efeu. In seinem Projekt zeigte er, dass die Pflanze einen Wirkstoff enthält, mit dem sich umweltfreundlich und kostengünstig im Garten Schnecken sehr wirkungsvoll abwehren lassen. Carsten Pfeffer (18) und Sarah Westrop (19) vom Schulzentrum Sek II Utbremen in Bremen siegten im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Die beiden entwickelten eine Software zur computergesteuerten Wiedererkennung von Menschen. Das Programm bestimmt dabei die Körperproportionen und vergleicht sie mit bereits gespeicherten Informationen.

Im Fach Geo- und Raumwissenschaften gab es in diesem Jahr zwei siegreiche Projekte: Henrik Rasmus Thomsen (16) und Burhan Senyener (16) vom Schulzentrum Lerchenstraße in Bremen überzeugten mit einer selbstkonstruierten Anlage zur Reduktion der Kohlendioxid- und Feinstaubemissionen von Privathaushalten. Ihr System wird auf Hausdächern installiert. Mithilfe von Mikroalgen werden dort per Photosynthese Heizungsabgase in Biomasse umgewandelt. Die zweite Siegerarbeit stammt von Jan-Niclaas Behrends vom Lloyd Gymnasium Bremerhaven. Der 16-Jährige befasste sich mit dem westantarktischen Eisschild. Er stellte fest, dass die Stabilität der Eismassen heute mehr denn je durch die Klimaerwärmung gefährdet ist.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet der 43. Bundeswettbewerb vom 22. bis 25. Mai 2008 in Bremerhaven statt. Das Finale wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und dem diesjährigen Bundespaten, den Unternehmensverbänden im Lande Bremen e. V., der Landesvereinigung der bremischen Arbeitgeberverbände.