Bundeswettbewerb Jugend forscht 2008 in Bremerhaven

Der 43. Bundeswettbewerb Jugend forscht, veranstaltet von der Stiftung Jugend forscht e.V. und den Unternehmensverbänden im Lande Bremen fand vom 22. bis 25. Mai 2008 in Bremerhaven statt.

110 Wettbewerbsarbeiten mit 189 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – dabei 5 Projekte mit 8 JungforscherInnen (2 Mädchen, 6 Jungen) aus Bremen – aus den 16 Bundesländern wurden den Jurygruppen für die Fachgebiete Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik präsentiert.

Das Bundesland Bremen war mit fünf Arbeiten auf dem Bundeswettbewerb vertreten. (Voraussetzung war dabei der Sieg auf den Bremer Landeswettbewerb im März 2008). Auf dem Bundeswettbewerb sind Platzierungen in den Fachgebieten sowie Sonderpreise wie Geldpreise oder Studienaufenthalte zu gewinnen.

Das Bundesland Bremen erreichte in Bremerhaven den 2. Platz im Fachgebiet Arbeitswelt sowie 3 Sonderpreise.

Wettbewerbsarbeiten aus dem Bundesland Bremen in Bremerhaven

ARBEITSWELT

Jan Hillebrand (18 Jahre)
Rasmus Rothe (18 Jahre)

Schulzentrum an der Bördestraße

2. Preis, gestiftet vom Bundesminister für Arbeit und Soziales – € 1000

SAITENINSTRUMENTE SCHNELL GESTIMMT

AGT- Automatic Guitar Tuner

Viele Instrumente müssen vor dem Spielen gestimmt werden. Besonders bei Saiteninstrumenten wie der Gitarre ist dies oftmals zeitaufwendige Feinarbeit. Jan Hillebrand und Rasmus Rothe haben ein Gerät zum automatischen Stimmen von Gitarren entwickelt. Dabei ist es egal, um welche Typen oder Bauarten es sich handelt. Ihr Gerät misst die Frequenzen der Saiten über ein Mikrofon im Schallloch und stimmt das Instrument anschließend mithilfe von Motoren, die sich am Gitarrenkopf befinden. Mit dem Gerät ist es auch möglich, alle Saiten gleichzeitig zu stimmen und es enthält Funktionen, die das Erlernen und Üben des Gitarrenspiels erleichtern. Dazu gehört auch eine Akkorderkennung. Das System lässt sich problemlos auch bei anderen Saiteninstrumenten einsetzen.

BIOLOGIE

Anika Wranke (18 Jahre)

Lloyd Gymnasium

Einladung des SIWI und des Ernst Sobotha Vereins e. V. zum „International Stockholm Junior Water Prize 2008“

KLEINE KRAFTWERKE MIT GROSSER WIRKUNG

Rekonstruktion des Mitochondrien-Stoffwechsels in Kieselalgen

Kieselalgen erzielen eine sehr hohe Photosyntheserate und sind damit so wichtig wie der tropische Regenwald. Was macht sie so erfolgreich? Ihre Plastiden, besondere Zellorganelle, wurden bereits häufig untersucht. Wie ist es aber mit ihren Mitochondrien, den sogenannten Kraftwerken ihrer Zellen? Anika Wranke wollte herausfinden, ob auch diese zum Erfolg der Kieselalgen beitragen und welche weiteren Stoffwechselvorgänge sie möglicherweise steuern. Anhand von bereits bekannten Erbfaktoren untersuchte die junge Forscherin das Gesamterbgut der Kieselalge und kam zu dem Ergebnis, dass mitochondriale Gene ebenfalls einen Aminosäurestoffwechsel steuern.

CHEMIE

Landessiegerarbeit vom Bundeswettbewerb zurückgezogen

GEO- UND RAUMWISSENSCHAFTEN

Jan-Niclaas Behrends (16 Jahre)

Lloyd Gymnasium

Einladung des Gouverneurs von West Virginia zu einem Forschungscamp

ZEUGEN FRÜHERER ZEITEN

Stabilität des westantarktischen Eisschildes

Das westantarktische Eisschild ist von immenser Bedeutung für das globale Klima. Ein rapides Abschmelzen des Eises würde den Meeresspiegel weltweit um fünf bis sechs Meter ansteigen lassen und die Dichte des Wassers verändern. Jan-Niclaas Behrends wollte herausfinden, wie es aktuell um die Stabilität des westantarktischen Eisschildes bestellt ist. Dazu untersuchte er einen Sedimentkern vom Getz-Eisschelf. Dieser enthält Überreste der Algenart Eucampia antarctica. Der Jungforscher wertete das Vorkommen der Silikatschalen der Algenart in den verschiedenen Abschnitten des Sedimentkerns aus. Auf diese Weise konnte er die Ausdehnung des Meereises während der vergangenen rund 10.000 Jahre rekonstruieren und so die konkreten Temperaturveränderungen in der Region ermitteln.

MATHEMATIK/INFORMATIK

Carsten Pfeffer (19 Jahre)
Sarah Westrop (19 Jahre)

Schulzentrum Utbremen

WER BIN ICH?

VHD (Visual Human Detection) – computergesteuerte Wiedererkennung von Menschen

Biometrie und Mustererkennung werden heutzutage auf verschiedenen Gebieten angewandt. Meist werden dabei jedoch nur einzelne Körperteile analysiert. Carsten Pfeffer und Sarah Westrop wollten wissen, ob sich Menschen auch anhand ihrer Körperproportionen zuverlässig unterscheiden und somit wiedererkennen lassen. Die beiden Jungforscher entwickelten ein Computerprogramm, mit dessen Hilfe sich die Proportionen eines Menschen erfassen lassen. Es reduziert das Bild einer Person auf seine Umrisse, die dann analysiert werden. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob die Person bereis bekannt ist.

Sowie als Landessiegerarbeit „beste interdisziplinäre Arbeit“

Henrik Rasmus Thomsen (16 Jahre)
Burhan Senyener (16 Jahre)

Schulzentrum an der Lerchenstraße

Preis des Bundespatenunternehmens und der unterstützenden Unternehmen und Institutionen zu einem Studienaufenthalt in den USA

WENN DER OZEAN AUFS DACH STEIGT

OzeanDächer

Einen Beitrag zum Schutz unseres Klimas wollten Henrik Rasmus Thomsen und Burhan Senyener leisten. Die beiden jungen Forscher präsentieren eine selbst konstruierte Anlage zur Verringerung der Kohlendioxid- und Feinstaubemissionen von Privathaushalten. Ihr System, in dem Mikroalgen angebaut werden, wird auf Hausdächern installiert. Durch diese Algenbioreaktoren werden die Haushaltsabgase hindurchgeleitet. Mittels Fotosynthese binden die Mikroalgen nun das Kohlendioxid und produzieren dabei Biomasse, die einen neuen Rohstoff darstellt. Ein Haushalt kann dadurch seine Kohlendioxidemissionen um durchschnittlich 30 Prozent und den Feinstaubausstoß um rund 10 Prozent senken.

PHYSIK

kein Landessieg 2008

TECHNIK

kein Landessieg 2008